„Für Puja Leckerlis würde unsere Hündin Cannella alles verwetten!“

Charles Schibalski, Tierarzttipps

20.04.22

Blog tier food

Frühlingszeit ist Zeckenzeit: Alles was du über Zecken wissen musst



Welche Zecken kommen bei uns in Deutschland vor?

Die beiden häufigsten Zeckenarten in Deutschland sind der Holzbock (Ixodes ricinus) und die Buntzecke (Auwaldzecke, Dermacentor reticulatus). Auf den Holzbock kann man etwa von März bis November treffen, die Buntzecke treibt sogar von Februar bis Dezember ihr Unwesen.

Die braune Hundezecke ist bei uns hingegen nicht heimisch. Sie fühlt sich in den wärmeren, südlichen Ländern wesentlich wohler. Allerdings reist sie immer wieder mal gerne als blinder Passagier auf Tierschutztieren oder als ungewolltes Urlaubsmitbringsel ein. Zu allem Überfluss überlebt diese Zecke als einzige auch in geschlossenen Räumen, z.B. in Tierheimen. Obwohl sie braune Hundezecke heißt, kann sie auch Katzen befallen.


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Wo finden sich Zecken und wie kommen sie auf dein Tier?

Besonders häufig kommen Zecken überall dort vor, wo es grün und feucht ist. Dort fühlen sie sich wohl. Auen, Wälder, insbesondere im Morgentau, Wiesen und Gegenden rund um Seen sind also immer als Zeckenhochburgen anzusehen. Man kann sie jedoch genauso in (Schreber)gärten, auf Fußballplätzen oder im Stadtpark antreffen. Jeder Hund und jede Freigängerkatze ist daher gefährdet, sich eine Zecke einzufangen.

Zecken warten geduldig auf Gräsern auf einen geeigneten Wirt. Diesen erkennen sie durch die sogenannte Chemo- oder Thermotaxis. Sie reagieren also auf den „Geruch“ und die Temperatur ihrer Opfer.




Auf dem Wirt angekommen, sucht die Zecke erst einmal nach einer gut durchbluteten Stelle. Hierfür nimmt sie sich gerne eine gute Stunde Zeit. Am wohlsten fühlen sich Zecken dort, wo die Haut dünn und warm ist, z.B. in den Achseln, im Genitalbereich, an den Ohren oder in der Leistengegend. Aber auch hier ist die Zecke bei der Wahl ihres Wohnortes durchaus flexibel und sticht anderswo ebenso bereitwillig zu. Wenn die Zecke sich für eine Stelle entschieden hat, verharrt sie dort 2-14 Tage und saugt Blut. Wenn sie „satt“ ist, ist sie sehr prall und lässt sich fallen.


Obwohl jeder immer davon spricht, dass sich eine Zecke festbeißt, sticht sie eigentlich zu. Genauso wie eine Mücke oder ein Floh. Zecken sondern allerdings mit ihrem „Speichel“ eine Betäubung ab, so dass der Wirt gar nicht merkt, dass er gestochen wurde.

Was macht Zecken so gefährlich?



Zecken brauchen Blut, um zu leben und um sich zu vermehren. Das allein macht sie jedoch nicht gefährlich, denn selbst wenn auf einem Tier extrem viele Zecken sitzen, können sie keine Blutarmut verursachen. Zecken sind häufig Überträger von Krankheiten, denn sie tragen ihrerseits gern andere Parasiten, Viren und Bakterien spazieren, die nur darauf warten, in den Blutkreislauf von Hunden, Katzen oder Menschen zu kommen. Natürlich trägt nicht jede Zecke jeden Erreger mit sich herum, trotzdem besteht bei jedem Zeckenstich das Risiko, dass sich unsere Fellnasen mit einem der Erreger für folgende Krankheiten anstecken. Die Erreger werden allerdings nicht sofort nach dem Stich übertragen. Das dauert je nach Erreger zwischen 3 und 72 Stunden.

Was sind die wichtigsten von Zecken übertragenen Krankheiten?

Borreliose: Borrelien sind Bakterien. Direkt nach dem Zeckenstich kann man manchmal einen roten Kreis um die Stichstelle sehen. Wegen des Fells entdeckt man ihn allerdings eher selten. Symptome der Borreliose treten meist erst Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich auf. Die meisten Tiere haben immer wieder Fieber und lahmen auf immer wieder unterschiedlichen Beinen. Manche leiden aber auch an anderen Symptomen wie neurologische Ausfälle oder Verhaltensänderungen. Da es sich bei Borrelien um Bakterien handelt, können natürlich Antibiotika eingesetzt werden bei der Behandlung. Allerdings ist die Behandlung sehr langwierig und es gibt auch Fälle bei denen die Krankheit chronisch wird.

Babesiose: Die Babesiose ist eine Erkrankung, die in Europa häufiger bei Hunden als bei Katzen vorkommt. Sie wird durch Parasiten ausgelöst, die die roten Blutkörperchen befallen und zerstören. Erste Symptome sind für gewöhnlich Fressunlust, Fieber und Blutarmut, in Folge kommt es aber zu vielfältigen Symptomen wie Nierenversagen, Lebervergrößerung, epileptiformer Anfälle. Unbehandelt verläuft diese Krankheit innerhalb weniger Tage tödlich. Auch gegen Babesiose gibt es Medikamente, allerdings muss die Therapie rasch und sehr intensiv erfolgen.

Anaplasmose: Anaplasmen sind Bakterien, die Granulozyten (weiße Blutkörperchen) befallen. Sie ist auch direkt vom Haustier auf den Menschen übertragbar. Die Symptome sind recht unspezifisch. Häufig tritt die Erkrankung zusammen mit der Borreliose auf, wodurch beide Erkrankungen einen schlimmeren Verlauf haben. Es gibt Antibiotika zur Behandlung, die Krankheit kann aber trotzdem chronisch werden.

Ehrlichiose: Auch Ehrlichien sind Bakterien, die weiße Blutkörperchen befallen. Hierdurch sind die Symptome recht unspezifisch, es kommt häufig zu allgemeiner Abgeschlagenheit und Blutungsneigung (z.B. Nasenbluten). Therapie und Verlauf erfolgen wie bei der Anaplasmose.

Hepatozoonose: Hepatozoon sind Einzeller, die weiße Blutkörperchen befallen. Sie werden nicht durch den Stich einer Zecke, sondern durch Fressen oder Zerbeißen von Zecken übertragen. Hepatozoon kommt in Deutschland bisher noch nicht vor, sollte aber bei Hunden, die aus dem Ausland stammen oder dort im Urlaub waren, in Betracht gezogen werden bei unklaren Krankheitssymptomen. Die Symptome sind sehr unspezifisch, auch der Nachweis ist schwer. Eine Erregerelimination ist auch nicht möglich, lediglich eine Behandlung von Symptomen.

Wie du deinen Liebling gegen Zecken schützen kannst, erfährst du im 2. Teil unseres Beitrags zum Thema Frühlingszeit ist Zeckenzeit.

Krankheiten im Überblick

Erreger Vorkommen Benötigte Saugzeit Übertragen von Inkubationszeit Symptome Therapie und Heilung
Borreliose Europa 12 h Holzbock
Buntzecke
2 Wochen bis
5 Monate
Wanderröte (akut), Polyarthritis, Fieber Antibiotika, ggf. chronischer Verlauf
Babesiose Europa 48 - 72 h
(teilweise 12 h)
Buntzecke ca. 5 Tage
(bis zu 3 Wochen)
Blutarmut, Fieber Antiparasitika, ggf. Bluttransfusion, Dialyse
Anaplasmose Europa 36 - 49 h Holzbock 2 - 20 Tage Abgeschlagenheit, Fressunlust Antibiotika, ggf. chronischer Verlauf
Ehrlichiose Europa 3 h Braune Hundezecke 3 Wochen Abgeschlagenheit, Fressunlust, Blutungsneigung Antibiotika, ggf. chronischer Verlauf
Hepatozoonose Mittelmeer-
raum
Zerbeißen/
Abschlucken
Braune Hundezecke 2 - 4 Wochen Fieber, Gewichtsabnahme, Lymphknotenschwellung Erregereliminierung nicht möglich, klinische Heilung möglich

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