„Für Puja Leckerlis würde unsere Hündin Cannella alles verwetten!“

Charles Schibalski, Tierarzttipps

06.05.22

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Das hilft wirklich: chemische Methoden zur Zeckenabwehr

Letztes Mal haben wir über Futtermittel gegen Zeckenbefall gesprochen. Wenn du den Blogartikel verpasst hast, kannst du ihn hier nochmal nachlesen.

Wenn du wirklich sicher gehen möchtest, dass sich deine Fellnase keine Zecken und vor allem keine der gefährlichen übertragbaren Krankheiten einfängt, kommst du um die Verwendung eines chemischen Zeckenabwehrmittels nicht herum. Im heutigen Zecken-Spezial gehen wir deswegen auf die verschiedenen möglichen Zeckenabwehrproduktgruppen, sowie deren Vor- und Nachteile ein.



Spot-On gegen Zecken

Spot-Ons sind Tinkturen, die in den Nacken geträufelt werden, und dort für 3-6 Wochen ihre Wirkung entfalten. In der Regel töten sie Zecken nicht nur, sondern verhindern auch, dass sich Zecken überhaupt anheften. Gib aber nie einer Katze ein Zeckenabwehrprodukt für Hunde! In diesen Produkten ist meistens der Wirkstoff Permethrin enthalten, den Katzen nicht verstoffwechseln können. Sie bekommen Krampfanfälle, Durchfall und Erbrechen. Auch wenn ein Hund und eine Katze in einem Haushalt zusammenleben, ist es nicht empfehlenswert ein permethrinhaltiges Spot-On zu verwenden. Die beiden müssten für 48 Stunden getrennt werden. Erst wenn die Stelle im Nacken, auf der das Produkt aufgetragen wurde, komplett getrocknet ist, besteht für die Katze keine Gefahr mehr.
Es gibt auch Spot On Präparate für Katzen, die kein Permethrin enthalten. Präparate mit dem Wirkstoff Fipronil schützen allerdings nur 2 Wochen. Produkte mit dem Wirkstoff Fluralaner helfen für 12 Wochen.
Auch wenn die Wirkstoffe für uns Menschen nicht giftig sind, sollten wir es nicht in den Mund nehmen. Deswegen ist bei Spot-Ons auf eine gute Handhygiene in den ersten 48 Stunden nach dem Auftragen zu achten. Es empfiehlt sich auch, dass dein Hund in dieser Zeit nicht im Bett schläft. Baden gehen sollte dein Hund auch nicht in den ersten 48 Stunden, da das den Wirkstoff zum Teil ausspülen würde. Das wäre zum einen ungünstig, weil dann die Wirkung des Mittels deutlich herabgesetzt wird, zum anderen kann der ausgespülte Wirkstoff auch der Umwelt schaden, wenn er über das Wasser von Fischen oder Pflanzen aufgenommen wird. Nach den 48 Stunden kann dein Hund wieder problemlos schwimmen gehen.
Der große Vorteil der Spot-Ons ist, dass sie auch repellierend wirken, nicht nur gegen Zecken, sondern viele auch gegen die Sandmücke. Das ist ganz wichtig, wenn dich dein Hund in warme Länder in den Urlaub begleiten soll, um ihn vor den gefährlichen Krankheiten Leishmaniose und Herzwürmer zu schützen.


Vorteile: Repellierend und abtötend, bietet auch Schutz vor der Übertragung von Mittelmeerkrankheiten.

Nachteile: 48 Stunden Kontakteinschränkung, Achtung bei Haushalten mit Katze!


Halsbänder mit Wirkstoff gegen Zecken

Ähnlich wie die Spot-Ons wirken auch Halsbänder repellierend und abtötend. Halsbänder mit dem Wirkstoff Deltamethrin sind für Katzen genauso gefährlich, wie das in den Spot-Ons enthaltene Permethrin. Halsbänder werden dem Hund einmal angelegt und wirken dann für 4-6 Monate. Auch sie schützen deinen Hund vor der Übertragung der gefährlichen Mittelmeerkrankheiten. Für Wasserratten sind die Halsbänder nicht geeignet, da sie permanent Wirkstoff abgeben und so die Umwelt schädigen können. Wenn nur die Halsbänder bei deinem Hund effektiv wirken und er trotzdem schwimmen gehen will, solltest du das Halsband ausziehen, solange er schwimmt. Auch in einem Haushalt mit kleinen Kindern oder wenn dein Hund bei dir im Bett schläft, solltest du kein Halsband zur Zeckenabwehr verwenden.
Bei Katzen sollten generell keine Halsbänder angelegt werden, da sie beim Freigang hängen bleiben und sich schwer verletzen könnten.

Vorteile: repellierend und abtötend, hält für 4-6 Monate, schützt auch vor der Übertragung von Mittelmeerkrankheiten.

Nachteile: nichts für Wasserratten, nichts für Hunde, die in sehr engem Kontakt mit ihrem Menschen leben, nichts für Katzen.


Tabletten gegen Zecken

Der große Vorteil bei Tabletten ist, dass man nicht aufpassen muss, wie man seine Fellnase streichelt oder dass der Hund (vorrübergehend) nicht ins Wasser geht. Die Wirkstoffe Fluralaner, Lotilaner und Sarolaner sind auch für Katzen verträglich. Gerade in Haushalten mit kleinen Kindern, oder wenn dein Liebling im Bett schläft, empfiehlt sich die Verwendung von Tabletten. Der Schutz vor Zecken hält mindestens 4 Wochen. Trotz der negativen Presse sind Nebenwirkungen bei den Tabletten sehr selten und die absolute Ausnahme.
Gegen Mittelmeerkrankheiten helfen die Tabletten allerdings nicht, da sie keine repellierende Wirkung haben! Die Zecke (und damit auch der Floh oder die Mücke) müssen erst stechen, bevor sie den Wirkstoff aufnehmen und so sterben. Während dein Hund und deine Katze so trotzdem vor den Zeckenkrankheiten geschützt sind, könnten Mücken und Sandmücken die gefährlichen Leishmanien oder Herzwürmer übertragen.

Vorteile: keine Abgabe von Wirkstoff über das Fell.

Nachteile: schützt nicht vor Mittelmeerkrankheiten!


Hast du Angst vor der „Chemie“ und möglichen Nebenwirkungen?

Es ist korrekt, dass Medikamente, die eine Wirkung haben, auch eine Nebenwirkung haben können. Die häufigsten Nebenwirkungen sind leichte Hautirritationen bei Spot-Ons und Halsbändern, oder Durchfall bei Tabletten. Auch schwerere Nebenwirkungen können auftreten, allerdings sind diese sehr, sehr selten und nicht die Norm. Dass Nebenwirkungen auftreten können, gilt aber für alle Medikamente. Eben auch für jene, die deine Fellnase bräuchte, wenn sie sich eine der zahlreichen Krankheiten, die von Zecken übertragen werden, einfängt. Der entscheidende Unterschied ist, dass dein Tier dann nicht nur mit möglichen Nebenwirkungen zu kämpfen hat, sondern allem voran auch die Krankheit besiegen muss.
Im Großen und Ganzen sind die Zeckenschutzmittel sehr risikoarm und die Nebenwirkungen überschaubar. Vor allem aber ist das Risiko von Nebenwirkungen deutlich geringer als die Auswirkungen einer durch Zecken übertragbaren Krankheit. Nicht jedes Mittel hilft bei jedem Tier gleich gut. Wenn dein Hund trotz Spot-Ons Zecken hat, dann probiere mal eine Tablette. Die Wirkdauer der Medikamente kann auch variieren, bei manchen Individuen helfen sie länger, als auf dem Beipackzettel angegeben, bei anderen weniger lang.

Selbst wenn deine Fellnase nur eine Zecke pro Woche hat, bedenke, dass eine Zecke reichen kann, um eine der gefährlichen Krankheiten zu übertragen.

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